Inhalt


Die Geschichte von Marlies

1. Der Liebesbrief

Wenn ich so zurück denke muss ich sagen, das ich mich bis zum Alter zwischen 9 und 13 an das folgende erinnern kann :

Als meine Eltern am Abend weggegangen sind, bin ich heimlich an den Kleiderschrank meiner Mutter gegangen und habe mir BH, Strumpfhose, Bluse, Rock etc. angezogen und ich habe mich auch dann geschminkt.

Es hatte mir gefallen (glaube ich). Ich habe mir sogar dann mal aus der Wäsche im Waschkeller einige Kleidungsstücke mit in mein Zimmer genommen und diese dann heimlich angezogen sowie auch das Make Up meiner Mutter benutzt.

Mensch war das eine schlechte Idee, denn ich musste ja mein Zimmer abschließen denn ich dachte, ich würde etwas schlimmes tun. Wie es der Zufall so will, ist meine Mutter eines Tages mal hochgekommen (sie wollte zu Oma und Opa) und hat natürlich versucht in mein Kinderzimmer einen Blick zu werfen.

Tja die Tür war abgeschlossen und 3 mal darfst Du raten was passiert ist: Richtig, Sie hat mich aufgefordert die Tür zu öffnen und ich tat es ja auch dann schließlich. Und dann stand ich da. Die Kleider meiner Mutter an und noch dazu mit Schminke im Gesicht!

So ein Mist - ich habe voll eine geballert bekommen eine rechts und eine links (sie hat wohl gerade an die Bibel gedacht - wenn Du jemandem eine Ohrfeige gibst, dann auch auf die andere Backe. Au Backe tat das weh).

Ich musste mich ausziehen und Sie hat mir dann die Kleider weggenommen. Na ja, was konnte ich dagegen tun - nichts, oder doch? Immer wenn meine Eltern eingeladen waren, bin ich in ihr Schlafzimmer gegangen und habe mir die Kleider meiner Mutter angezogen.

Schön war es, bis sie eines Tages (bzw. Abends) wieder weggingen und ich versuchte mich wieder in das Schlafzimmer meiner Eltern zu schleichen. Doch was war das? Die Tür !!!! Die Tür zum Schlafzimmer war abgeschlossen. Meine Eltern (Mutter) hatten was gemerkt und von nun an schlossen Sie die Tür ab.

Aber sie hatten meinen Einfallsreichtum oder besser die anderen Türen vergessen, denn es sind ja alles die gleichen Türen. Der Schlüssel zur Kellertür, oder war es der vom Gäste Badezimmer?, passte. Und ich war glücklich als ich mich wieder anziehen konnte.

**Z E I T S P R U N G**

Mit 9 oder 10 Jahren kam ich ins Krankenhaus weil ich einen Hoden in der Leiste hatte (Hoden-Hochstand). Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich damals gedacht hatte: jetzt wird mir geholfen ich werde repariert oder so. Wie so ein kleines Kind eben denkt.

Die Ärzte haben allerdings nur den Hoden wieder zurück in den Hodensack geholt und nach 8 oder 14 Tagen konnte ich zurück nach Hause.

Mit 16 Jahren kam ich ein zweites Mal unters Messer, da sich der Hoden nochmals in die Leiste verschoben hatte. Ich dachte, jetzt können die ja alles richtig machen und mich unterhalb der Gürtellinie in Ordnung bringen (Penis ab und Vagina dran). Tja auch hier mussten die Ärzte passen. Zumindest haben die mir dann den einen Hoden ganz entfernt. Ein halber Erfolg....

**Z E I T S P R U N G**

Während meiner Schulzeit auf der Gesamtschule habe ich mich geniert, mich zusammen mit den anderen Jungen in der Sportumkleide umzuziehen. Ich habe mich nicht geschämt oder so, nein es war vielmehr so, dass ich ein unbehagliches Gefühl hatte.

Denn irgendwie musste ich mir immer die Körper von meinen Mitschülern ansehen, als ob diese Körper anders waren als meiner. Später habe ich mich immer vor dem Sportunterricht gedrückt.

Als ich dann etwas Geld verdient hatte, habe ich mir die dementsprechenden Kleidungsstücke gekauft und meine Eltern haben nichts gemerkt, da dieses ja meine waren und nicht die von meiner Mutter.

Morgens habe ich mich dann oft im Badezimmer angezogen, wohl darauf bedacht mir meine Unterwäsche (wie BH, Slip, Top) aus meinem Kinderzimmer mitzunehmen um mich dann anzuziehen.

Zumindest "drunter" wollte ich damals "richtig" angezogen sein. Es fühlte sich gut an - einfach normal für mich und irgendwie fühlte ich mich befreit. Bis eines Tages meine Mutter (sie hat mir wohl immer einen Strich durch alles gemacht) meine gewaschenen Klamotten in meinen Kleiderschrank einräumte.

Und dreimal darfst Du raten was Sie dort alles gefunden hat. Was war das für ein Theater! Das kannst Du Dir ja nicht vorstellen. Das Ganze ging nachher so weit das meine Elter mir gedroht haben, mich in ein Internat zu stecken. Aber das haben Sie dann doch nicht gemacht (schade eigentlich).

**Z E I T S P R U N G**

Irgendwann wollte ich einfach nur noch weg. Ich lernte Andrea kennen. Wir verstanden uns eigentlich ganz gut, denn sie hatte das gleiche Problem wie ich: AUSZIEHEN VON ZUHAUSE!

Da ich zu diesem Zeitpunkt schon recht selbstständig war (war ich eigentlich immer auch während meiner Ausbildungs- Studienzeit) habe ich vorgeschlagen, zusammen eine Wohnung zu suchen und zusammen dann dort einzuziehen.

Gesagt getan. Zwei Wochen später sind wir dann zusammen in eine Wohnung gezogen, haben renoviert etc. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinen Sexuellen Kontakt mit Ihr; wir haben uns einfach nur gut verstanden - mehr nicht.

Als wir dann zusammen in die Wohnung eingezogen sind (Sie hatte zu diesem Zeitpunkt noch einen Freund), haben wir in der zweiten Nacht zusammen "geschlafen". Dieses war mein erster sexueller Kontakt mit einer Frau!

Meine Güte! Ich lag im Bett und wollte schlafen (ich hatte nicht an Sex gedacht, nicht im geringsten). Da kam Sie zu mir und wollte mich verführen. Ich war so geschockt das ich fast einen Herzschlag bekommen hätte, so aufgeregt war ich.

Ich war so aufgeregt das nichts bei mir passiert war! Ja, ich war erregt, aber anders. Keine Ahnung wie. Und ich befand mich dann auch noch irgendwie unter einem enormen Druck, dass ich meinen "Mann" stehen musste.

Es klappte natürlich nicht. Ich glaube das erste mal klappte es nach 5 oder 10 Tagen. Na ja. Immer wenn Sie dann weg war, (Arbeit, mit Freunden etc.) habe ich mich dann umgezogen.

Meine richtigen "Klamotten". Rock, Bluse etc. Sie hat nichts gemerkt denn ich hatte ja aus den "alten" Fehlern gelernt (mein Kleiderschrank war immer abgeschlossen).

Zum großen Überfluss hat man mir dann eingeredet (wer? weis ich
nicht mehr) zu heiraten oder wollte ich mir die Freiheit nehmen anders zu sein? Ich weis es nicht mehr. Na ja nach einem Jahr war ich geschieden und etwas ärmer.

Ich ging meinen Weg und studierte das was ich wollte. Während der Scheidung war ich so fertig das kannst Du Dir ja nicht vorstellen. Andrea hat alles meinen Eltern, meinem Onkel und Tante, Freunden etc. erzählt. Ich bin in dieser Zeit durch die Hölle gegangen - ich war so fertig das kannst Du Dir nicht vorstellen.

Ich habe dann eine Wohnung für mich gesucht und mich eingerichtet in Bruchsal. Die Wohnung habe ich renoviert und etwa 8000 DM in Laminat etc. reingesteckt. Ich war glücklich. Ich konnte dort leben wie ich wollte.

Habe mir meine Sachen angezogen, mich geschminkt und habe mein Leben gelebt - in meinen vier Wänden. Abends bin ich dann auf die Straße gegangen. Keinem ist aufgefallen dass ich keine Frau war, oder doch?

Zumindest kann ich keinem empfehlen in einem Haus zu wohnen, wo die anderen Mieter um die 70 Jahre alt und neugierig sind. Die haben mich gesehen, wie ich in meinen Sachen durch das Treppenhaus und auf die Straße gegangen bin.

Na ja was soll's dachte ich - doch die Quittung kam prompt. Zwei oder drei Wochen später wurde mir die Wohnung wegen Eigenbedarfs gekündigt. Nun ja, der Eigentümer hat mir zumindest meine 8000 DM die ich in die Wohnung gesteckt hatte, zurück gegeben.

Ich bin dann in die Stadt in eine Altbauwohnung in die Nähe vom Kolleg gezogen, wo ich studierte. Danach - nach diesem Vorfall - bin ich zum Frauenarzt gegangen (ja, zum Frauenarzt denn diese behandeln so etwas, zumindest sagte das meine Krankenkasse).

Der Frauenarzt hat mich dann zu einem Psychiater überwiesen. ich hatte mit ihm mehrere Gespräche und nach dem 6. Gespräch zu je einer Stunde (denn die dürfen 6 Stunden abrechnen gem. Krankenkasse) sagte er mir, das ich wohl Transsexuell sei und er eine Hormonbehandlung durch einen Frauenarzt unterstützen würde.

Nun gut dachte ich, aber ich musste nachdenken. Ich bin dann zu meinen Eltern gefahren zum Abendessen. Mutter fragte mich (als Vater nicht dabei war) wie es "gelaufen" sei (ich hatte Ihr davon erzählt, das ich beim Psychiater gewesen war).

Ich wusste in diesem Moment nicht weiter und sagte Ihr das er heraus gefunden hätte, das ich verwirrt durch den Scheidungskrieg wäre und das alles in Ordnung sei.

Mutter hat sich gefreut und hat es sofort Vater erzählt (und wie Mutter so ist, hat Sie alles aufgebauscht - schuld für alles hatte Andrea meine Ex-Frau). Das war noch nicht alles, denn sie ging auch sofort zum Telefon und rief meinen Onkel und Tante an und erzählte es denen.*

* Andrea hatte meiner Tante und Onkel erzählt, das ich wohl gerne eine Frau sein möchte etc. Das war ein RIESENGROßES Drama, das kannst Du Dir nicht vorstellen. Mein Onkel, Tante und Andrea hatten mich mit einem Vorwand zu meinem Onkel und Tante eingeladen (Grillen etc).

Während der Fahrt nach Ulm kamen mir schon Bedenken (und zu recht). Wir kamen an und ich merkte schon diese Spannung in der Luft.

Wir saßen auf der Terrasse und tranken etwas bis dann auf einmal gesagt wurde, das Andrea, Onkel und Tante etwas mit mir zu besprechen hätten (mir war schlecht - ich wusste was kam). Wir gingen nach oben an den Runden Tisch im Wohnzimmer. Mein Onkel saß links, Andrea rechts meine Tante vor mir. Ich mit dem Rücken zur Tür.

Als erstes kam die Frage ob ich etwas trinken möchte - ich sagte ja, Wasser. Dann ging es los. Mein Onkel versuchte mich zu fragen ob ich eine Frau sein wollte und brach in Tränen zusammen - ich war fertig, fix und fertig.

Dann fing meine Tante an mich zu fragen, ob ich wüsste wenn ich eine Frau seien wollte, was ich der Andrea damit antun würde? Dann fing Alexandra an die "Beweise" auf den Tisch zu legen und zeigte Fotos von meinen Sachen die Sie gefunden hatte.

Ich war ÜBERFÜHRT und ich fühlte mich hintergangen von allen. Ich wusste nicht was ich sagen sollte - nahm einen Schluck Wasser (mir zitterte die Hand), stand auf, ging zur Tür und die Treppe hinunter, setzte mich ins Auto und fuhr zurück (alleine). Zuhause ging es dann erst richtig los, na ja war ja meine Schuld.*

**Z E I T S P R U N G**

Ich musste Abstand gewinnen von meiner Scheidung, Eltern, Familie etc. Ich bin zum Kolleg gegangen und habe studiert - habe mein Leben gelebt. Mit der Französischklasse sind wir nach Paris gefahren. Wow war das eine Stadt - mir gefiel es sofort.

Wir hatten in einem tollen Hotel geschlafen. Unser Dozent sagte, dass das es hier ein Partner Kolleg von uns gäbe und ich hab mich dort nach einer Woche eingetragen. Nach dem Kolleg Ausflug nach Paris kam ich zu Hause an undhabe kurzerhand meine Wohnung und alles andere aufgelöst.

Die Wohnung hatte ein Freund bekommen. Dann habe ich meine Sachen gepackt und meinen Eltern gesagt das ich nach Paris gehe (ich wollte meinen Frieden finden). Die haben beide gemeckert doch als Sie merkten das ich es ernst meinte, haben Sie sich damit wohl abgefunden.

Sie brachten mich zum Flughafen und ich flog mit Air France nach Paris.

Endlich frei! Ich suchte mir mein Zimmer (hat mich 4 Tage gekostet) und dann bin ich eingezogen. Habe studiert, meinen Abschluss gemacht und zwischendrin gearbeitet (im Hotel als Hausmeister) um alles bezahlen zu können (mein Vater hat mich monatlich bei der Miete unterstützt).

Ich habe gearbeitet, gelernt, gearbeitet und gelernt bis ich eines nachts vor meinem Computer saß und eine Nachricht bekommen hatte von Katharina - Du bist dann in mein Leben getreten.

Wir haben uns bis Nachts spät unterhalten etc. (weist Du ja) und haben uns kennen gelernt. Als Du dann nach Paris gekommen bist habe ich mich riesig gefreut. Wir sind essen gegangen und ich war von Dir begeistert. Ja so richtig begeistert! Ich glaube es war die Liebe auf den ersten Blick.

Vom Inder sind wir dann in Richtung Hotel gegangen. Wir haben gesprochen und gesprochen als wir auf den Weg zu Deinem Hotel
waren und ich dachte nur was mache ich? Meine Gefühle spielten
verrückt. Du warst da - ich mochte Dich und wollte mit Dir zusammen sein und bleiben.

Doch meine Gedanken und Gefühle - ich musste nachdenken - und ich schickte Dich alleine zu Deinem Hotel (mein Zimmer war zu diesem Zeitpunkt immer aufgeräumt, und sauber). Ich dachte nach und bin zu dem Entschluss gekommen, das ich wohl ein Mann sei und ich freute mich darüber.

Am zweiten Tag trafen wir uns, hatten einen sehr schönen Tag und ich brachte Dich zu Deinem Hotel und bin noch auf Dein Zimmer mit hoch gekommen und dann haben wir gelabert das sich die Balken biegen. Ich habe gesprochen und Du hast zugehört.

Ich sprach und sprach nahm Deine Hände (weil ich sie so schön fand und finde) sprach weiter und du hast nur auf meinen Mund geschaut und dann habe ich dich geküsst und du hast mich dann zu dir auf Deine Seite des Bettes gezogen.

Wir haben uns weiter geküsst die ganze Nacht durch. Du hast mich gestreichelt (auch zwischen meinen Beinen), hast meine Hand auf Deinen Busen gelegt. Du hast deine Bluse ausgezogen, dass dein Oberkörper nackt war - hast mein t-Shirt ausgezogen und wir haben uns gegenseitig gestreichelt und irgendwann haben wir dann geschlafen (Nebeneinander).

Am Morgen war ich fertig und du warst relativ frisch (wie immer). Du hast dich am Waschbecken gewaschen und ich habe Dir zugesehen wie du dein Gesicht und deinen Oberkörper gewaschen hast. Dann habe ich dich zum Flughafen gebracht. Wir hatten uns die ganze zeit in der U-Bahn geküsst (es war toll und ich war verwirrt - was bin ich?, dachte ich. Mann oder Frau?). Als Du weg warst bin ich nach Hause gefahren und habe nachgedacht und gedacht, gedacht, gedacht ......

Dann warst du wieder da und ich war überglücklich. Ich hatte Dich in der Jugendherberge untergebracht - es war toll. Du hast mir gezeigt was es bedeutet, jemanden zu lieben und hierfür danke ich Dir. Die Zeit mit Dir war toll, wir hatten Fotos gemacht, sind in die Innenstadt von Paris gefahren und hatten eine schöne Zeit.

Dann kam ich nach Deutschland und blieb bei Dir für einige Zeit und ich fühlte mich gut bei Dir. Du bist dann morgens zur Arbeit gegangen und ich habe noch geschlafen. Bin aufgestanden, oh ein Slip von Dir lag auf den Boden und ich zog ihn an.

In der Zeit wo ich in Deutschland bei Dir war, war ich mir sicher ein
richtiger Mann zu sein, doch die Gefühle eine Frau zu sein verschwanden nie 100 prozentig........

 

Fortsetzung folgt.