Kristiane
F.
Was macht eigentlich eine Transsexuelle die mal straffällig
geworden ist? Wo soll ein transsexueller Mensch inhaftiert werden, der
laut Pass noch einen männlichen Vornamen besitzt, aber aufgrund
der Hormongaben schon sehr weiblich aussieht?
Laut Gesetz müsste dieser Mensch den Strafvollzug ja in einem Männergefängnis
absitzen......
Wie sieht
das denn nun wirklich aus?
Beispiel:
Eine Mann zu Frau Transsexuelle im Anfangsstadium kommt mit dem Gesetz
in Konflikt und soll hinter Gitter. Sie trägt in ihrem Personalausweis
noch den Namen Martin.
Sie ist also laut Gesetz noch ein Mann und müsste folglich in den
männlichen Strafvollzug. Was
aber ist nun, wenn die Betroffene schon seit längerem Hormone nimmt,
und bei ihr die Verweiblichung schon so weit fortgeschritten ist, daß
jeder sagen würde: Das ist kein Kerl!
Das gefährliche daran ist, dass so jemand in einem "Männerknast"
mit Sicherheit den Repressalien seiner Mitgefangenen ausgesetzt wäre.
Beschimpfungen bis hin zur Vergewaltigung wären an der Tagesordnung.
Die Frage ist: Warum gibt es dazu keine Gesetze?
Aber es gibt Verwaltungsvorschriften.
Problem: Die wenigsten Strafvollzugsbeamten kennen diese Vorschriften
und wissen nicht, wie sie handeln müssen.

Ein
aktueller Fall -
Martin.
Er wollte schon immer ein Mädchen sein. Als er 16
war, ging er einfach zu seinem Hausarzt und verlangte Antibabypillen.
Und der Arzt gab sie Ihm.
Martin sah sowiso schon relativ weiblich aus und als er die Hormone
ein Jahr genommen hatte, war er von einem Mädchen nicht mehr zu
unterscheiden.
Durch
die frühe Hormoneinnahme blieben bei ihr Bartwuchs und Stimmbruch
einfach aus. Kein Mensch hielt sie dann noch für einen Jungen.
Lange blonde Haare und das Mädchen war perfekt.
Leider
lernte Martin die falschen Leute kennen und kam in Drogenkreise. Anfangs
war die Sache mit Haschisch noch relativ harmlos. Aber später
begann Martin auch Heroin zu spritzen und wurde abhängig. Dieses
vor allem deshalb, weil sie sich keinen Rat wusste, wie sie die körperliche
Zerrissenheit aushalten sollte.
Martins
Geschichte spielt leider nicht zu einer Zeit als es Fixerstuben und
soziale Betreuung für Drogenabhängige gab. Und deswegen
kam es bei ihr zu Beschaffungskriminalität und auch zu Prostitution.
Gerade dieses brauchte sie um sich körperlich als Frau akzeptiert
zu fühlen.
Verständnis
für ihre Situation bekam sie nirgendwoher und sackte immer weiter
ab. Eines Tages im Alter von 21 Jahren wurde Martin wegen Drogenbesitzes
festgenommen und vor Gericht gestellt. Man verurteilte sie zu einem
Jahr Gefängnis.
Die Richter machten sich bei der Urteilsverkündung keinerlei
Gedanken darüber, welche Art Strafvollzug hier angewendet werden
müsste.
Gewisse
Bedenken, sie in ein normales Gefängnis zu stecken, hatten man
wohl. Und so landete sie in einem Gefängniskrankenhaus. Aber
auch hier wusste niemand, wie mit einer solchen Person zu verfahren
sei. Das Grauen nahm seinen Lauf. Martin wurde vor den anderen Insassen
weggeschlossen.
Sie
durfte auch nicht mit anderen zum Hofgang. Somit verbrachte sie ihre
gesamte Zeit in Einzelhaft! Methoden wie im Mittelalter.
Damit sie sich nicht wehrte und Forderungen stellen konnte, verabreichte
man ihr Beruhigungsmittel in hoher Dosierung. Wenn ihre Familie zu
Besuch kam, mussten sie zwei Beamte in den Besucherraum führen,
da sie aufgrund der Beruhigungsmittel nicht mehr fähig war, alleine
zu laufen. Gleichzeitig pumpte man sie mit Hormonen voll. Martin nahm
durch diese menschenunwürdige Behandlung 20 Kilogramm an Gewicht
zu.
Niemand
nahm Notiz von ihrem Schicksal, denn Drogenabhängige haben keine
Lobby. Besonders dann nicht, wenn sie auch noch transsexuell sind.
Wir hoffen, dass sich die Verantwortlichen angesprochen fühlen,
damit zukünftig Menschen zweiter Klasse durch Transsexualität
nicht in die dritte Klasse abgedrängt werden.