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Drehbücher


GFF. GmbH
z.Hd. Herrn Geißendörfer
Freimersdorfer Weg 6

50829 KÖLN


Betr. Drehbuchvorschlag für die Lindenstraße


Lieber Herr Geißendörfer

In einer Zeit der Liberalisierung und des Friedens haben die Menschen deutlich mehr Raum ihre psychologischen Defekte auszuleben als in Kriegstagen, wo die Sicherung des Existenzminimums vorrangig ist.

Diesem Sachverhalt haben Sie durch Ihre wohlwollende Darstellung der Homosexualität in der Lindenstraße Rechnung getragen.
Sicherlich ist die Lindenstrasse kein Forum zur Selbstdarstellung von Randgruppen, aber im Zeichen einer regelrechten Coming-out Welle von Transsexuellen und Mitläufern möchte ich Ihnen einen Drehbuchvorschlag machen, welcher ohne die Sensationsgier auskommt, wie sie z.b. in der Boulevardpresse favorisiert wird.

Als Referenz möchte ich hier vielleicht noch meine eigene Geschichte, sowie die bescheidene Mitarbeit an Michael Verhoefens "Enthüllungen einer Ehe" anführen.


Drehbuchvorschlag für die Lindenstraße:

Peter Balmer (Name passt vielleicht nicht zum aktuellen Kontext und ist variabel) wusste schon immer, dass etwas mit Ihm nicht stimmt. Nur konnte er es nie ausdrücken. Er war ein schwieriges Kind. Bereits im Alter von vier Jahren stellte er fest, dass er die gleiche Kleidung wie seine Schwester tragen wollte. Dieser Wunsch wurde damals aber von seiner Mutter mit den Worten: "Jungens tragen so was nicht", abgewehrt.

Zeitsprung:
Peter ist jetzt 17 und hält es nicht mehr aus. Sicherlich, die Frauen lieben ihn. Sie spüren seine Weichheit die sich aber von jeder Homosexualität abgrenzt.
Während er im Bett beginnt seinen Mann zu stehen, stellt er sich vor, eine Frau zu sein und die Rollen zu tauschen. Auch beginnt er heimlich Frauenkleider zu tragen. Erst nur die Unterwäsche, später immer mehr.....
Doch sein Äußeres straft sein Inneres Lügen. Er sieht nicht aus wie eine Frau und aus Angst vor gesellschaftlicher Ächtung gibt er sich nach außen oft männlicher als die meisten Männer.

Er bildet er sich aber immer wieder ein, mit dieser Diskrepanz leben zu können.

Alsbald stellen sich Depressionen ein. Peter beginnt unter diesem Druck sich komplett als Frau zu kleiden. Heimlich läuft er so auf der Straße und auf Autobahnrastplätzen nachts herum.

Natürlich wird er irgendwann entdeckt. Seiner Schwester gesteht er in dieser Situation unter Tränen, was mit ihm los ist.
Die Schwester kann dies nicht für sich behalten und erzählt alles der Mutter. Und so sitzt irgendwann die gesamte Familie mit betretenem Schweigen am Tisch und keiner weiß, was er machen soll.

Peter, der es nicht mehr aushält, beginnt sich immer häufiger auch am Tage zu schminken, Blusen zu tragen und Accessoires. Er sieht etwas daneben aus, fühlt sich aber wohl.
Er beginnt der Mutter und der Schwester die Antibabypillen zu klauen und zu schlucken. Dies wird entdeckt und der Teufel ist los.

Seine Eltern halten ihn für verrückt und schleppen ihn zu einem unfähigen Therapeuten, der ihm die Sache wegtherapieren will. Die einzige Person, die zu ihm hält, ist seine Freundin.
Sie geht zum Frauenarzt und lässt sich die Pille verschreiben, welche Peter heimlich nimmt.
Im Laufe der Zeit wird er immer weiblicher, die Haare länger und die Konflikte mit seiner Umwelt immer stärker. Seine Eltern verstehen ihn nicht.

An dieser Stelle sind mehrere Fortsetzungen möglich:
1. Peter gibt auf und nimmt sich das Leben
2. Peter geht von zu Hause weg und lebt irgendwo als Frau
3. Peter bleibt zu Hause und terrorisiert durch sein Auftreten und sein erstarkendes Selbstbewusstsein das bürgerliche Umfeld
4. Seine Eltern begreifen irgendwann und unterstützen ihn
5. usw.
Ich persönlich favorisiere die Nummer 3.

Sollten Sie lieber Herr Geißendörfer Interesse an dem Stoff haben, kann ich diesen natürlich noch ausschmücken und mit Dialogen versehen bzw. auch in Drehbuchform vorlegen, oder ein solches zum Beispiel mit Ihnen gemeinsam entwickeln.

Mit freundlichen Grüßen

 

Leider gab es da kein Interesse.........